Auf das Wie kommt es an

Bunte Blumenwiesen und Mahd – Kein Widerspruch, sondern Notwendigkeit

Juni ist die Zeit der Wiesen. Ein buntes Meer an Blüten und das Zirpen der Grillen verleihen diesem Lebensraum einen ganz besonderen Charme. Doch Juni ist zugleich die Zeit des Mähens. Sobald die Hauptblüte der Wiese vorüber ist und die Witterung es zulässt, wird mit der Heuernte begonnen. Auf einen Schlag ändert sich damit auf der Wiese alles. Doch auch wenn dies drastisch erscheint, Wiesen und das Mähen sind untrennbar miteinander verbunden.

Wenngleich wir die herrliche Blütenpracht auf den Wiesen gerne als Natur ansehen, sind unsere Wiesen ein von Menschen geschaffener Lebensraum. Durch das regelmäßige Mähen wird verhindert, dass sich Sträucher und Bäume auf diesen Flächen entwickeln. Ohne unser menschliches Tun wäre der Großteil unserer Landschaft von Wäldern bedeckt. Nur wenige Extremstandorte wie Felsen oder Moore weisen von Natur aus baumfreie Bereiche auf. Auf allen anderen Flächen können Gehölze wachsen - und tun dies auch, wenn wir sie denn lassen. Wird das Mähen auf Wiesen eingestellt, kommen dort nach und nach Sträucher wie z. B. Schlehen und erste Bäume auf. In deren Schatten können sich die bunten Wiesenblumen wiederum nicht halten. Die Wiese entwickelt sich dann Schritt für Schritt zu einem Wald weiter.

Wenn wir Wiesen erhalten wollen, müssen wir sie also mähen. Denn im Gegensatz zu den Gehölzen kommen unsere Wiesenpflanzen mit dem wiederkehrenden Schnitt klar. Ganz abgesehen davon dient das Mähen nicht nur dem Erhalt der Wiese, sondern zugleich der Heugewinnung und damit der Ernährung von Tieren.

Doch egal wie wichtig das Mähen für den Erhalt von Wiesen ist, für die dort lebenden Tiere bedeutet dies immer wieder aufs Neue eine große Katastrophe. Je nach Mähwerk und weiterer Bearbeitung überlebt ein Großteil der Insekten, Amphibien und anderer Tiere die Heuernte nicht. Während traditionelle Heuwiesen zwei Mal im Jahr gemäht werden, werden heute viele Wiesen deutlich häufiger geschnitten und stark gedüngt. Auf solchen Wiesen geht die Blütenvielfalt stark zurück und nur sehr wenige Tiere finden hier passende Lebensbedingungen.

Möglichst insektenschonend ist es daher, wenn nur zwei Mal im Jahr gemäht wird und z.B. ein Messerbalken statt einem Kreiselmähwerk eingesetzt wird. Noch hilfreicher ist es, wenn nur abschnittsweise gemäht wird oder gezielt einzelne Bereiche bei der Mahd ausgespart werden. Solche Flächen bleiben als sogenannte 'Altgrasstreifen' bis zur nächsten Mahd stehen und dienen Insekten und anderen Tieren als Rückzugsraum auf der ansonsten kurz gemähten Wiese. Das mag zwar nach ein paar Wochen etwas 'unordentlich' aussehen, trägt aber zum Schutz von Insekten bei.

Wer selbst einen Beitrag zum Schutz von Insekten und anderen Tieren leisten möchte: Auch beim Mähen im eigenen Garten kann man einzelne Ecken oder blühende Inseln aussparen, um Rückzugsmöglichkeiten zu bewahren. Schmetterling und Co. sagen Danke!