Eine Rarität unter den Schmetterlingen

Der Schwarze Apollofalter (Parnassius mnemosyne)

Der Schwarze Apollofalter besiedelt Waldränder und Lichtungen staudenreicher, lichter Laubmischwälder am Rande von Wiesentälern und frischen Hangwiesen. Wichtig sind große und besonnte Bestände des Mittleren und Hohlen Lerchensporns, die als Raupenfutterpflanzen dienen.

Mitte Mai ist vom Lerchensporn, der Frühjahrsblüher ist, kaum noch etwas zu sehen, trotzdem scheinen die Weibchen des Schwarzen Apollofalters die Wuchsorte des Lerchensporns finden zu können, um die Eier dort abzulegen. Man könnte auch sagen, die Eier werden auf gut Glück abgelegt, was mit ein Grund für die Seltenheit des Schwarzen Apollos sein kann. Pro Jahr gibt es nur eine Generation. Die Raupen schlüpfen erst im nächsten Frühjahr, fressen etwa einen Monat lang an den Futterpflanzen und verpuppen sich dann. Nach einem weiteren Monat erscheinen dann die Falter ab Mitte Mai mit einer sehr kurzen Lebenszeit von zwei bis drei Wochen. Die Falter nutzen alle Nektarpflanzen als Nahrung, bevorzugen aber rote und violette Blüten. Die Männchen verhindern nach erfolgreicher Begattung die weitere Begattung der Apolloweibchen durch andere Männchen, indem Sie mit einem Sekret, das aushärtet, eine Art Chitinpanzer (Sphragis) um den Hinterleib des Weibchens anfertigen.

In Deutschland kommt die Art aktuell nur in den Alpen, auf der Schwäbischen Alb, in der Rhön und im Oberallgäu vor. Durch die hohen Ansprüche an die Lebensstätte ist die Art sehr selten und daher nur inselartig verbreitet.

In Baden-Württemberg sind mindestens vier Vorkommen seit 1994 erloschen. Aktuell sind noch wenige Verbreitungsgebiete vorhanden, die sich auf bzw. nahe der Schwäbischen Alb befinden.

 

Gefährdungsursachen

  • zahlreiche Lebensraumverluste durch Nutzungsänderungen, z.B. Verlust von Blumenwiesen durch starke Düngung
  • Aufforstungen von Waldlichtungen und Wiesentälern
  • Wiederaufforstung gerodeter Buchenwaldbestände mit Nadelbäumen
  • natürliche Wiederbewaldung auf Lichtungen
  • Mahd oder Beseitigung blütenreicher Waldwegränder

Schutzmaßnahmen

  • Herstellung und Pflege von Waldlichtungen
  • Auflichten von Waldrändern, Schaffung von Einbuchtungen („Einflugschneisen für Weibchen“)
  • Durchführung von angepasster Mahd und Gehölzpflege
  • Erhaltung und Förderung von Blumenwiesen
  • Vergrößerung bestehender Biotope und Schaffung von Trittsteinbiotopen in erreichbarer Nähe

 

Weitere Infos bei der LUBW